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03.10.26

Der Papst würde gerne auch mal nach Deutschland kommen
Gibt es schon Vorbereitungen zum Besuch von Leo? - Situation der Kirche 

Petersplatz

VON CHRISTIAN HERMANNS

 

Berlin. Gerne würde er auch mal nach Deutschland kommen. Das hat Papst Leo XIV. in einer improvisierten Pressekonferenz über den Wolken nach seinem Besuch in Frankreich Ende September gesagt. Eine Einladung dazu hat er von Bundespräsident Steinmeier offenbar auch schon erhalten.

Wann aber der Pontifex die Gläubigen in Deutschland besuchen wird, ist noch völlig offen: Könnte es schon im nächsten Jahr sein? Oder wird es 2028 oder noch später werden? Und was wäre vielleicht ein guter Anlass? Und auch die Frage, welche Städte oder Bistümer außer Berlin er bereisen würde, bleibt erst mal unbeantwortet: An Spekulationen dazu will sich die Deutsche Bischofskonferenz nicht beteiligen, schreibt die Pressestelle auf Anfrage von „talkundthema“. Und auch das Zentralkomitee der Katholiken weiß noch nichts, so die Antwort der dortigen Medienbetreuer. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass im Kreise von Bischöfen und Organisatoren im Hintergrund schon Gespräche und Vorbereitungen für einen Papstbesuch in Deutschland laufen.

 

Eine gute Vorbereitung ist notwendig

Der Trierer Bischof Ackermann äußert sich da konkreter zu einem möglichen Papst-Besuch in Deutschland. Im Interview mit dem Domradio sagte er ebenfalls Ende September: „Mich würde das natürlich sehr freuen, und uns alle, wenn wieder einmal ein Papst nach Deutschland käme - nach Johannes Paul II. und Papst Benedikt nun Papst Leo.“ Man brauche einerseits eine gute Vorbereitung. Andererseits würde durch eine solche Visite auch wieder der Kontakt mit Rom gestärkt.

 

Der letzte Papst, der Deutschland besucht hat, war der deutsche Papst Benedikt XVI.. Er war im Jahr 2011 zu Gast, kam nach Thürigen und Freiburg und sprach sogar im Bundestag. Der Besuch von Papst Leo in Paris im September hat erneut gezeigt, dass ein solches Ereignis für ein Land etwas ganz Besonderes sein kann. Hunderttausende kamen bei der Messe mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche zusammen. Das Gefühl des Miteinanders und der Gemeinschaft wurde gestärkt. Und der Papst selbst wiederum wurde wie ein Star gefeiert. Ähnliches könnte Leo sicherlich auch in Deutschland erleben.

 

Millionen von Gläubigen kehren der katholischen Kirche den Rücken

Seit Jahren wird der Druck auf die katholische Kirche auch in Deutschland immer größer. Ein Grund: Immer mehr aufgedeckte Missbrauchsfälle und die zögerliche Aufklärung haben dazu geführt, dass immer mehr Gläubige der Kirche den Rücken kehren und austreten. Hinzu kommt: Viele alte, gläubige Menschen sterben. Durch Geburten wird diese Entwicklung nicht ausgeglichen. Im vergangenen Jahr verlor die katholische Kirche erneut etwas mehr als 300.000 Anhänger. Das war immerhin der niedrigste Wert an Austritten seit 2020. Die katholische Kirche hatte damit 2025 noch rund 19 Millionen Mitglieder. Um die Jahrtausendwende waren es noch mehr als 26 Millionen.

 

In Zeiten scharenweiser Influencer in Social Media und KI-Chat-Bots auf dem Handy erfährt die Kirche als Orientierungsort starke Konkurrenz. Die Menschen suchen Gespräche und Rückhalt nicht mehr in der Gemeinde, sondern in der Community. Die Gesellschaftswissenschaftlerin Maja Göpel sagte im Frühjahr 2025 im Interview mit Domradio: „Ich glaube, dass wir Rückbindeorte brauchen. Religio kommt ja auch vom Wortstamm von Rückbinden.“ Das seien nicht nur die Kirchen, sondern beispielsweise auch Sportvereine und andere Institutionen, die immer weniger Zulauf hätten. Da gebe es eine soziale Rückbindung. Und da seien viele im Moment auf der Suche.

 

Wenn Papst Leo nach Deutschland käme, gäbe es also reichlich Themen, die diskutiert werden könnten. Schon im Vorfeld, bei zahlreichen Veranstaltungen während der Visite und besonders auch danach. Sein Besuch wäre nicht nur ein großes Ereignis, sondern vielleicht auch eine dringende Notwendigkeit. 

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(Foto: WIX)

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